+++ Wieder kein Heimsieg +++

Die Nachlese zum 8. Spieltag

Nicolai Brugger (am Ball) machte gegen Ehingen ein gutes Spiel. Foto: Schwarzwälder Bote

VfL Nagold - SSV Ehingen/Süd 0:0 (0:0)

Von Kevin Schuon, Schwarzwälder Bote

VfL Nagold – SSV Ehingen-Süd 0:0. In der Defensive war das eine ganz starke Vorstellung der Nagolder bei der Nullnummer – immerhin gegen den bisherigen Tabellenzweiten aus Ehingen. Es wäre sogar mal wieder ein Sieg möglich gewesen.
 
Es läuft die 64. Minute: Elias Bürkle schickt Chris Wolfer in den gegnerischen Sechzehner. Der frisch eingewechselte Nagolder Stürmer hat nur noch Ehingens Keeper Benjamin Gralla vor sich. Der stürmt heraus, Wolfer drosselt das Tempo, nimmt den Kopf nach oben, kann sich eine Ecke aussuchen. Wie auch immer seine Wahl ausgesehen hatte, es war die falsche. Denn er scheiterte im Eins-gegen-Eins mit dem Keeper.
Das war sie, die größte Chance auf den dritten Saisonsieg des VfL Nagold. Stattdessen trennen sich der Aufsteiger und der SSV Ehingen-Süd 0:0. Das fünfte Unentschieden im achten Spiel. Die Chancenverwertung war mal wieder der Knackpunkt. Bereits zehn Minuten zuvor hatte Matthias Rebmann das mögliche 1:0 auf dem Fuß. Christoph Ormos steckte den Ball auf seinen Kapitän durch die gegnerische Abwehrreihe hindurch, Rebmann hatte freie Bahn. Doch dessen Schuss wurde im letzten Moment von einem Ehinger Abwehrspieler abgewehrt.
 
Abgesehen von diesen beiden wirklich gelungenen Spielzügen war es kein Verbandsliga-Leckerbissen, den die 150 Zuschauer im Reinhold-Fleckenstein-Stadion zu sehen bekommen haben. Es trafen zwei überraschend defensiv eingestellte Mannschaften aufeinander. Der VfL Nagold agierte wie schon gegen Calcio Leinfelden-Echterdingen mit einer Fünferkette bestehend aus den drei Innenverteidigern Valentin Asch, Luka Silic und Nicolai Brugger sowie Berk Özhan und Marc Bühler auf den Außenverteidiger-Positionen. Elias Bürkle spielte anstelle des verhinderten Co-Trainers Marco Quiskamp neben Christoph Ormos im zentralen Mittelfeld. Luka Kravoscanec bildete die alleinige Spitze. Auf der linken Seite im Mittelfeld bekam Pascal Seil von Beginn an seine Chance. Kapitän Matthias Rebmann spielte auf der rechten Seite.
 
Zum Bedauern von VfL-Coach Armin Redzepagic hatte sich auch sein Gegenüber Michael Bochtler für eine Fünferkette entschieden.   Damit hatte wohl keiner gerechnet. »So konnten wir nicht wie gewünscht über die Außen agieren«, sagte Redzepagic nach Spielende. In den ersten 45 Minuten kam so kein richtiger Spielfluss zustande. Nagold spielte mit etwas mehr Ballbesitz geduldig. Doch bei beiden Teams fehlte die Präzision. »Wir haben zu pomadig agiert, hatten haarsträubende Fehlpässe in unserem Spiel«, ärgerte sich Ehingens Trainer Michael Bochtler. »So kenne ich meine Mannschaft gar nicht.« Mehr als zwei Warnschüsse außerhalb des Sechzehners durch Filip Sapina und Hannes Pöschl war so für die Ehinger überhaupt nicht drin. Beides Mal war Bubacarr Sanyang im Nagolder Tor auf dem Posten. »Mit etwas Glück fährt einer davon rein«, meinte Bochtler. Doch ansonsten stand die Nagolder Defensive sehr stabil.
In den zweiten 45 Minuten waren die Nagolder dann aktiver. Die Hereinnahme von Chris Wolfer belebte die Offensive. Redzepagic brachte ihn für Innenverteidiger Valentin Asch. »Es war kein taktischer Wechsel«, verriet er. Asch musste mit Knieproblemen ausgewechselt werden. So stellte er auf sein gewohntes 4-4-2-System um. Die richtige Maßnahme, fand er nach der Partie.
 
In der 75. Minute machte es Wolfer dann besser als bei seiner ersten Großchance. Nach Kopfball-Ablage von Rebmann drückte er den Ball zum vermeintlichen 1:0 über die Linie. Doch er hatte sich wohl im Abseits befunden. So zählte der einzige Treffer des Tages nicht. »Keine Ahnung, ob es wirklich Abseits war. Ich hab’s nicht gesehen«, meinte Redzepagic.

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