Riccardo Marcorig lässt Löchgau jubeln

+++ Die Nachlese zum 22. Spieltag +++

Dominik Pedro und der VfL Nagold sollten schleunigst die Kurve kriegen.

VfL Nagold - VfL Löchgau 1:2 (1:1)

Tore: 1:0 Luka Silic (19.) 1:1 Marco Knittel (44.) 1:2 Ricardo Macorig (87.)

Von Dominik Veitinger

Tristesse beim VfL Nagold: Der Aufsteiger kommt nach der Winterpause einfach nicht in die Gänge und hat am gestrigen Samstag auch noch das „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen den FV Löchgau verloren. Gegen den Mitaufsteiger verlor man zu Hause trotz Führung am Ende mit 1:2 und rutschte durch vierte Niederlage seit Rückrundenstart auf den Relegationsplatz ab! Löchgau hingegen feierte den zn Sieg in Folge und konnte den Abstand zum rettenden Ufer dadurch auf zwei Punkte verkürzen.

Sanyang wieder im Tor, Hollnberger mit Startelf-Debüt

„Heute wissen alle, um was es geht!“, war sich Nagolds Trainer Armin Redzepagic vor der Partie sicher, dass sich seine Mannschaft darüber im Klaren ist, von welcher Bedeutung die anstehende Partie in Sachen Abstiegskampf hat. Im Vergleich zur knappen 1:2 Niederlage in Echterdingen gab es in Nagolds Startelf drei Veränderungen: Bubacarr Sanyang stand nach seiner abgesessenen Rotsperre wieder zwischen den Pfosten, zudem kamen Fabian Mücke und Winter-Neuzugang Christoph Hollnberger neu rein, dafür mussten Nicolai Brugger und Berk Özhan auf der Bank Platz nehmen, ebenso wie die angeschlagenen Matthias Rebmann (war krank) und Luka Kravoscanec (Leiste). So bildeten Tim Kübel und Lysander Skoda im 4-4-2-System die Doppelspitze, flankiert von Hollnberger und Elias Bürkle auf den Außenbahnen. Fabian Mücke besetzte die rechte Abwehrseite.

Silic scheitert per Kopf, Feufel knapp vorbei

Vor 150 Zuschauern entwickelte sich von Beginn an eine kampfbetonte Partie. Die erste Torannährung hatte der VfL Nagold in der 3. Minute, doch leider stand Tim Kübel nach Zuspiel von Lysander Skoda am linken Strafraumeck knapp im Abseits. Zwei Minuten später kam Luka Silic nach einem Freistoß von Kübel frei zum Kopfball, dieser war jedoch kein Problem für Löchgaus Keeper Sven Altmann (5.). Dann mal die Gäste: Luka Silic klärte eine Flanke des schnellen Terry Asare gerade noch zur Ecke, diese schob Janis Feufel mit dem Knie ganz knapp am langen Pfosten vorbei – Glück für die Nagolder (8.). Wieder zwei Minuten später bediente Asare seinen Teamkollegen Mario Andric, doch dessen Schuss aus gut 18 Metern ging am linken Pfosten vorbei. Löchgau machte die Räume eng und versuchte bei Ballgewinn über einen geordneten Spielaufbau nach vorne zu kommen, Janis Feufel und Kapitän Peter Wiens waren dabei Dreh- und Angelpunkt.

Silic erzielt die Führung und verschießt Elfmeter

Die nächste Chance der Partie hatte die Redzepagic-Elf in Person von Lysander Skoda- nach einer Ecke von Dominik Pedro konnte der Gäste-Keeper mit der Faust klären, den „zweiten Ball“ köpfte Skoda neben den rechten Pfosten (16.). Drei Minuten später dann die etwas glückliche Nagolder Führung: Marco Quiskamp eroberte in Höhe der Mittellinie toll den Ball und wurde etwa 18 Meter vor dem Tor gefoult. Den fälligen Freistoß versenkte Luka Silic im rechten, unteren Toreck zur Nagolder Führung (19.). Nach 23 Minuten versuchten es die Nagolder über links, Tim Kübel bediente Elias Bürkle, doch Bürkles‘ Schuss war etwas zu schwach und sichere Beute für den Löchgauer Keeper. Mit der Führung im Rücken hatten die Gastgeber etwas mehr Sicherheit im eigenen Spiel. Nach einer halben Stunde gab es die große Doppelchance zum 2:0: Nach einem Foul an Hollnberger zeigte der Unparteiische auf den Punkt- den fälligen Strafstoß setzte Luka Silic an den Pfosten. Im zweiten Anlauf flankte Elias Bürkle den Ball auf Tim Kübel, der mit einem satten Volleyschuss am starken Sven Altmann im Löchgauer Gehäuse (31.) Zwei Minuten später war Silic in höchster Not zur Stelle- nachdem sich Fabian Mücke auf links von Moritz Haile austanzen ließ klärte der Innenverteidiger dessen Hereingabe gerade noch zur Ecke.

Hollnberger zielt drüber, Knittel erzielt den Ausgleich

Gut fünf Minuten vor dem Pausenpfiff ging ein Schuss von Chris Hollnberger aus halbrechter Position nach Zusammenspiel mit Tim Kübel übers Tor. Dann lief die 44. Minute: Einen Löchgauer Freistoß konnte die Nagolder Abwehr nur halbherzig klären und bekam dann kein Zugriff auf der rechten Seite, wo Jannik Trautwein völlig frei flanken konnte. Seine flache Hereingabe landete bei Marco Knittel, der den Ball in aller Ruhe annehmen und im Tor versenken konnte – 1:1. Mit diesem Spielstand ging es dann auch in die Kabinen.

Asch klärt, Kübels‘ Schuss zu schwach

Mit Beginn der zweiten Halbzeit setzten die Nagolder noch mehr auf Offensive – Luka Kravoscanec kam für den krankheitsbedingt angeschlagenen Christoph Ormos in die Partie. Doch den ersten Vorstoß wagten die Gäste: Kravoscanc verlor in der eigenen Hälfte den Ball an den flinken Terry Asare, dessen Flanke klärte Valentin Asch knapp neben das eigene Tor (47.). Dann die Gastgeber; Luka Kravoscanec bediente Tim Kübel am linken Strafraumeck, doch dessen Schuss war zu schwach und landete in den Armen von Sven Altmann (53.). Löchgau verteidigte weiter gut, Nagold tat sich im herausspielen von Torchancen sehr schwer. So wurde es erst in der 58. Wieder spannend: Nach einem Eckball von Dominik Pedro köpfte Nagolds Kapitän Valentin Asch den Ball am langen Pfosten vorbei. Nach einer Stunde klärte Fabian Mücke gegen Mario Andric im Strafraum im zweiten Versuch richtig stark, nachdem er sich zuvor von selbigem vernaschen ließ. Dann setzte Peter Wiens einen Schuss der in rot gekleideten Gäste weit übers Tor (61.).

Schwara und Skoda verpassen jeweils knapp

Fünfundzwanzig Minuten vor dem Ende flankte Mario Andic den Ball in die Mitte, doch der eingewechselte Tim Schwara köpfte den Ball am langen Pfosten vorbei, sodass Nagolds Keeper Sanyang nicht eingreifen musste. Jetzt wurde die Partie hektischer und die Zweikämpfe intensiver. Man merkte, dass beide Teams diese Partie unbedingt gewinnen wollten – nein, sogar mussten! Bei Nagold kam Matthias Rebmann für Chris Hollnberger in die Partie und sollte über die rechte Seite nochmal für Belebung sorgen. Bei den Gastgebern ging aus dem Spiel heraus wenig, es brauchte Standards. So auch in der 65. Minute, als Lysander Skoda eine Pedro-Ecke knapp am linken Pfosten vorbeiköpfte. Dann versuchte es Kravoscanec- nach Zuspiel von Luka Silic setzte er sich auf der linken Seite schön durch, doch sein Abschluss in leichter Rücklage ging links am Tor vorbei (68.). Dann wieder eine Ecke von Pedro und wieder fehlten Skoda nur Zentimeter zum Torerfolg, es war zum Verzweifeln (70.). Dann verflachte die Partie etwas, bis auf einen Freistoß von Luka Silic (75./in die Arme des Keepers) passierte nicht viel.

Macorig völlig frei – Nagolder Sekundenschlaf wird bestraft

Dann lief schon die 85. Minute: Nach einem Fouk bekkamen die Gäste aus halbrechter Position einen Freistoß zugesprochen; Moritz Haile flankte diesen maßgenau auf den Kopf von Ricardo Macorig, der den Ball völlig frei einköpfen konnte – da befand sich die Nagolder Hintermannschaft im Sekundenschlaf und wurde dafür bitter bestraft! Von nun an war die Devise der Gastgeber klar: Alle nach vorne und irgendwie noch den Ausgleich mitnehmen! Elias Bürkle hatte die Chance nach einer Flanke von Kravoscanec, doch sein Kopfball war leider zu schwach. Die letzte Möglichkeit hatte Luka Silic, doch er kam nach einem Freistoß nicht mehr richtig an den Ball (90.) Dann war Schluss, die Nagolder Spieler sanken vor Enttäuschung zu Boden, auf der anderen Seite feierten die Löchgauer den zweiten Sieg in Folge und den Anschluss ans rettende Ufer – unterschiedlicher könnte die Gefühlswelt kaum sein.

Punkte müssen her – doch in der Offensive klemmt’s gewaltig

Und nun? Die Nagolder sind nun mitten im Abstiegskampf angekommen. „Wir sind nach vorne zu harmlos und hinten haben wir einfache Tore bekommen!“. Lautete das Fazit von Nagolds Fußballchef Ulrich Hamann. Wo der Schuh drückt, ist seit Wochen sichtbar: Es werden zu selten klare Torchancen herausgespielt und diese dann auch oft nicht verwertet. Luka Kravoscanec ist angeschlagen, Tim Kübel nicht in Form, zudem fehlt ein „echter“ Stürmer, der lange Bälle auch mal halten kann. Doch jammern hilft nichts, es gilt nun, gemeinsam aus dem Abstiegskampf rauszukommen. Doch dafür muss schon nächsten Samstag beim SSV-Ehingen/Süd eine Leistungssteigerung her. Sollte man auch dort leer ausgehen, könnte es beim Aufsteiger über Ostern richtig ungemütlich werden.  

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