Redzepagic bleibt Debüt erspart

Burak Tastan verletzte sich beim Spiel in Laupheim. Foto: Kraushaar

Von Albert M. Kraushaar

In der Schlussviertelstunde der Partie des VfL Nagold in Laupheim saß Trainer Armin Redzepagic alleine mit Torhüter Philip Matz von den Nagolder A-Junioren auf der Ersatzbank. Hätte sich jetzt noch ein weiterer Spieler verletzt, wäre der Coach wohl zu seinem Debüt in der Verbandsliga gekommen. Bereits nach 20 Minuten musste Redzepagic das erste Mal wechseln. Burak Tastan (Verdacht auf Bänderriss) musste vom Platz. Für ihn kam Heinrich Vegelin. Seinen zweiten Joker zog Armin Redzepagic dann in der 70. Minute, als er Kujtim Berisha für Pascal Seil ins Spiel brachte. Umso erstaunlicher ist es, dass die Nagolder mit dem buchstäblich letztmöglichen Aufgebot einen Punkt beim Tabellensechsten ergattert haben. Noch erstaunlicher ist, dass es eigentlich drei hätten sein können, laut Redzepagic sogar sein müssen. Den Chancen nach zu urteilen, zählt der Auftritt der Nagolder beim Tabellensechsten jedenfalls zu den besseren Spielen der Saison. »Wir müssen vor der Pause den Sack zumachen. Dann nehmen wir hier drei Punkte mit«, sagte der VfL-Coach, der nach der Partie sehr emotional reagierte. Laupheim wollte in den ersten 45 Minuten überhaupt nichts vom VfL und dem Spiel. Die Hausherren waren passiv, ließen die Nagolder spielen. Kaum verwunderlich, dass es in der Pause richtig laut wurde. »Ich hätte fünf sechs Spieler auswechseln können«, polterte Trainer Hubertus Fundel. Er brachte zunächst jedoch nur Lukas Mangold ins Spiel, später noch Patrick Hanisch und Jan Neuwirth. Spätestens durch die Umstellungen kam ein Bruch ins Spiel. Neuwirth war es, der kurz vor Schluss den Ausgleich erzielte. Bereits nach 68 Minuten hatten die Laupheimer gejubelt. Philipp Fischer hatte mit einem Kopfball getroffen, doch der Assistent hob die Fahne, Abseits. So blieb es bei der Punkteteilung. Mit Unentschieden kennen sich die Nagolder besser aus, als ihnen lieb ist. Es war bereits das siebte Remis in der laufenden Spielzeit, im 14. Spiel. Immerhin steht der Aufsteiger damit auf dem elften Rang – und somit vor dem Relegationsplatz. Am kommenden Samstag (14.30 Uhr) ist nun Tabellenführer SKV Rutesheim zum abschließenden Vorrundenspiel zu Gast im Reinhold-Fleckenstein-Stadion. Eine Woche später kommt dann der VfL Sindelfingen zum ersten Rückrundenspiel. Dann geht es in die Winterpause, die sich die Nagolder herbeisehnen. Im März werden zumindest ein paar der aktuell verletzten Spieler wieder fit sein. Von solchen Sorgen ist die SKV Rutesheim weit entfernt. Im Heimspiel gegen den FV Löchgau konnte Trainer Rolf Kramer sogar seinen Top-Torjäger Gianluca Crepaldi auf die Bank setzen, neben die gestandenen Verbandsliga-Kicker wie Tobias Weiß, Robert Feik, Moritz Wemmer, Maximilian Füssenhäuser oder Keven Müller. Nach ereignisarmen 90 Minuten erzielte Keven Müller in der Nachspielzeit den Siegtreffer. Auch beim VfL Sindelfingen läuft es weiterhin wie geschmiert. Die Zuschauer haben die Torfabrik der Verbandsliga (mit 40 Treffern) für sich entdeckt. Zum 4:1- Sieg gegen Calcio LeinfeldenEchterdingen kamen erstmals in dieser Saison mehr als 300 davon. Armin Zukic schnürte gegen seinen Ex-Verein einen Doppelpack. Oliver Glotzmann führt nach seinem Treffer nun die Torschützenliste der Liga mit insgesamt zehn Buden an.

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