Noah Lulic sticht mitten ins Nagolder Herz

+++ Die Nachlese zum 15. Spieltag +++

Armin Redzepagic fehlten nach dem Last-Minute-Ausgleich gegen Rutesheim die Worte.

VfL Nagold - SKV Rutesheim 3:3 (0:1)

Tore:

0:1/3:3 Noah Lulic (36./90.+3) 1:1 Luka Kravoscanec (60.) 2:1 Elias Bürkle (71.) 2:2 Keven Müller (84.) 3:2 Matthias Rebmann (90.+3)

Von Dominik Veitinger

Das darf doch nicht wahr sein! Die Verbandsliga-Fußballer des VfL Nagold hatten den Heimsieg gegen Tabellenführer Ruteshiem dicht vor Augen, doch Noah Lulic erzielte in der dritten Minute der Nachspielzeit das 3:3. Wieder einmal haben die Nagolder zwei Punkte verloren, es war bereits das achte Unentschieden in dieser Saison. Durch die Punkteteilung rutschte der Aufsteiger auf den Relegationsplatz ab!

Vier Neue in der Startelf

„Der Tabellenführer kommt nach Nagold, mehr Motivation gibt es nicht!“, sagte Nagolds Coach Armin Redzepagic vor der Partie. Dieser tauschte im Vergleich zum 1:1 in Laupheim vier Mal: Für Nicolai Brugger, Burak Tastan, Ali Karsli und Pascal Seil kamen Marco Quiskamp, Kujtim Berisha, Christoph Ormos und Kapitän Matthias Rebmann neu in die Startelf. Rebmann spielte für Brugger in der Innenverteidigung, Kujtim Berisha agierte im 4-1-4-1-System als einzige Spitze.

Nagold steht defensiv gut, Redzepovic rettet vor Silic

Bei kalten aber sonnigen Wetterbedingungen sahen die rund 200 Zuschauer von Anfang an ein Verbandsliga-Spiel auf ordentlichem Niveau. Die erste Torchance hatte Chris Wolfer nach Zuspiel von Fabian Mücke, doch sein Schuss ging knapp am rechten Pfosten vorbei (7.).Fünf Minuten später versuchte es dann Elias Bürkle mit einer Flanke auf Kujtim Berisha von rechts, doch SKV-Keeper Kevin Redzepovic pflückte den Ball sicher runter. Nach einer Ecke von links, getreten von Dominik Pedro, konnte der Gäste-Keeper den Ball gerade noch vor dem einschussbereiten Luka Silic wegfausten (15.).

Ormos verpasst knapp, Lulic erzielt Rutesheimer Führung

 Der Tabellenführer aus dem Kreis Leonberg kam in der 17. Minute zur ersten Torchance, doch ein Schuss von Noah Lulic war für Nagolds Keeper Sanyang keon Problem. Nach 25 Minuten versuchte es Fabian Mücke mit einer Flanke, die der Rutesheimer Keeper jedoch im Nachfassen festhalten konnte. Eine halbe Stunde war gespielt, da hatten die Nagolder die zweite gute Möglichkeit: Nach toller Kombination flankte Chris Wolfer von rechts in die Mitte, Chris Ormos verpasste den Ball am langen Pfosten nur knapp- von selbigem ging der Ball ins Seitenaus. In der 36. Minute zeigten die Gäste dann, was Effektivität bedeutet: Nach einem Ballgewinn im Zentrum kam der Ball nach links zu Noah Lulic, der von links in den Strafraum zog, Luka Silic abschüttelte und aus spitzem Winkel den Ball unter die Latte setzte – 0:1 aus Nagolder Sicht.

Silic scheitert vorne und rettet hinten

Nur zwei Minuten später kam Silic nach einem Freistoß zum Kopfball, doch Redzepovic im Rutesheimer Tor faustete den Aufsetzer zur Seite weg. In der 42. Minute rettete Silic dann in höchster Not, als er den schnellen Patric Vahinger im Strafraum gerade noch am Abschluss hindern konnte. Dann folgten noch zwei Eckbälle für die Nagolder, die trotz kleiner Unsicherheiten des Gäste-Keepers nichts Zählbares brachten. So ging es mit der etwas glücklichen Gäste-Führung in die Kabinen.

 

Nagolder drücken im zweiten Durchgang, Kravoscanec mit verdientem Ausgleich

Wie schon im Heimspiel gegen Essingen spielten die Nagolder auch diesmal eine tolle zweite Halbzeit. Die erste dicke Chance hatte Youngster Chris Wolfer, als er an einer Flanke von Luka Kravoscanec nur knapp vorbeirauschte (50.) Nur drei Minuten später stand erneut Wolfer im Mittelpunkt, doch sein Schuss nach Hereingabe von Chris Ormos war leider etwas zu schwach und war für den Gäste-Keeper kein Problem. Der nächste Angriff der Nagolder rollte erneut über links- Pedro bediente Kravoscanec, dessen Hereingabe gerade noch zur Ecke geklärt wurde (55.) Nach einer Stunde wurde der VfL für seinen Aufwand belohnt: Dominik Pedro startete auf links durch und sah den im Rückraum besser postierten Luka Kravoscanec, der den Ball mit einem satten Schuss im Tor- 1:1!

Kravoscanec mit Großchance, Bürkle nickt zur Führung ein

In der 62. Minute bediente Wolfer vom rechten Strafraumeck den im Rückraum mitgelaufenen Kravoscanec, doch dessen Schuss ging weit übers Rutesheimer Gehäuse. Zwanzig Minuten vor dem Ende die Großchance zur Nagolder Führung; Kravoscanec luchste einem Verteidiger gut 18 Meter vor dem Tor den Ball ab, scheiterte mit seinem Schuss jedoch am glänzend parierenden Gäste-Keeper. Nagold war nun klar spielbestimmend, die Führung wäre längst verdient gewesen. Dann begann eine turbulente und aufregende Schlussphase: In der 71. Minute erzielte Elias Bürkle das 2:1 für die Hausherren, nach einem Eckball von Kravoscanec stieg Bürkle am höchsten und köpfte ein.

Turbulente Schlussphase: Drei Tore in zehn Minuten!

Fünf Minuten später ging ein Schuss des Ruteshiemers Salvatore Catanzano nur knapp am linken Pfosten vorbei. Ruteshiem drückte jetzt auf den Ausgleich, dem VfL gelang es kaum, für Entlastung zu sorgen. In der 84. Minute erzielte Kevin Müller den Ausgleich, nach viel Getümmel im Nagolder Strafraum hämmerte er den Ball ins Netz. Dann lief die Nachspielzeit: Luka Kravoscanec bediente aus dem Zentrum auf rechts Matthias Rebmann, der den Ball aus vollem Lauf durch die Beine des Keepers beförderte und Nagold erneut in Führung schoss – 3:2! Wer jetzt dachte, der zweite Heimsieg wäre perfekt, der hatte sich leider getäuscht. Denn in der dritten Minute der Nachspielzeit konnte die Nagolder Abwehr einen Gäste-Freistoß nicht richtig klären, der zunächst gut parierende Bubacarr Sanyang war beim Nachschuss von Noah Lulic machtlos – es stand 3:3! Somit war das achte Nagolder Remis perfekt- wieder waren es eindeutig zwei verlorene Punkte!

Nach Hinrunde auf Relegationsplatz

Der Aufsteiger aus Nagold beendet die Hinrunde also mit 17 Punkten auf dem  Relegationsplatz. Zählt man die „verlorenen Punkte“ dazu, würde man unter den Top Fünf der Liga stehen. Nun gilt es, das erste Rückrundenmatch gegen den VfL Sindelfingen erfolgreich zu bestreiten, um mit einem positiven Gefühl in die Winterpause zu gehen zu können.

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