Nagold muss in die Relegation

+++ Die Nachlese zum 30. Spieltag +++

SKV Rutesheim - VfL Nagold 1:1 (1:1)

Von Albert M. Kraushaar

Nur acht Niederlagen hat der VfL Nagold in dieser Verbandsliga-Saison kassiert und 36 Punkte gesammelt. Trotzdem müssen die Nagolder nach dem 1:1 in Rutesheim nun in die Relegation.

Armin Redzepagic trieb seine Mannschaft in der Schlussphase der Partie unweigerlich nach vorne. "Männer, wir müssen", schrie der Nagolder Trainer immer wieder von der Seitenlinie. Das Gleiche galt auf der anderen Seite auch für die Rutesheimer. "Wir müssen auch", rief Reiner Schmidt von der anderen Bank aus.

Die Stimmung im Rutesheimer Brühl-Sportpark war mit den 800 Zuschauern ab der 70. Minute beim Stand von 1:1 am Siedepunkt angelangt. Die Nagolder wussten, dass sie bei diesem Spielstand in die Relegation müssen, die Rutesheimer wussten, dass sie so keine Chance auf den Oberliga-Aufstieg haben. Rutesheims Trainer Rolf Kramer war zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr auf der Bank. Er wurde vom Schiedsrichter nach mehrfacher lautstarker Reklamation hinter die Bande geschickt, sein Co-Trainer Jerome Fink direkt hinterher. Betreuer Reiner Schmidt stieg für die letzten 20 Minuten zum SKV Cheftrainer auf.

Es entwickelte sich ein "wildes Spiel", wie Kramer es nannte. Beide Mannschaften suchten die Entscheidung. "Da waren wir zu hektisch, wollten mit dem Kopf durch die Wand", kritisierte Kramer, der die SKV nun verlässt, sein Team. Der Nagolder

Abwehrblock mit Valentin Asch und Luka Silic hielt im Verbund mit Keeper Matthias Müller den Angriffsbemühungen stand. Die Gastgeber kamen nicht mehr richtig gefährlich in den Sechzehner. In der 78. Minute lenkte Müller einen Freistoß von Tobias Weiß mit einer Klasseparade über die Latte. Kurz zuvor hatte er im Eins-gegen-Eins außerhalb des Sechzehners gegen Salvatore Catanzano gerettet. Die Rutesheimer forderten die Rote Karte, sagten, Müller habe den Ball mit der Hand gespielt. Der Schiedsrichter hatte es anders gesehen.

Die Rutesheimer hatten zwar mehr Spielanteile, die Nagolder aber jetzt die besseren Chancen. Sie spielten ihre Konterchancen gut aus, waren aber im Abschluss nicht effektiv genug. Kujtim Berisha verfehlte in der 81. Minute mit seinem Kopfball knapp das Ziel. Berk Özhan traf in der 87. Minute mit einem strammen Schuss den Pfosten, kurz zuvor scheiterte er aus ähnlicher Position mit einem schönen Schuss an Keeper Julian Bär.

Armin Redzepagic war der Verzweiflung nahe. Genauso wie Pascal Reinhardt, Lysander Skoda und Chris Wolfer, die allesamt zum Zuschauen verdammt waren, auf der Tribüne. Bereits zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte Christoph Ormos den Führungstreffer auf dem Fuß. Tim Kübel hatte den Ball im Sechzehner abgelegt, Ormos schlenzte ihn an die Latte.

Im ersten Durchgang war die Partie ähnlich verlaufen. Die Rutesheimer machten das Spiel. Der Führungstreffer von Steffen Hertenstein, der vom Sechzehner aus abzog, war die logische Folge (16.). Doch die Rutesheimer zeigten sich auch extrem Konteranfällig – vor allem nach Standardsituationen. Da rückten die drei großen Innenverteidiger auf – und nur zwei Mann sicherten ab. Das rächte sich in der 23. Minute. Der abgewehrte Eckball landete bei Luka Kravoscanec, der war schneller als seine beiden Gegenspieler, legte ab auf Elias Bürkle, der umkurvte Julian Bär, legte sich den Ball auf seinen starken rechten Fuß und netzte eiskalt zum Ausgleich ein. Es war der neunte Saisontreffer des Nagolder Eigengewächses.

 

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