Jetzt kommen die dicken Brocken

+++ Die Vorschau zum 25. Spieltag +++

Das Hinspiel endete 1:1. Am Samstag wollen die Nagolder einen Heimsieg einfahren. Foto: FSV Hollenbach

VfL Nagold - FSV Hollenbach (Samstag, 15:30 Uhr)

Von Dominik Veitinger

So langsam wird es richtig eng für die Verbandsliga-Fußballer des VfL Nagold. Sechs Spieltage vor dem Ende beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz nur noch einen Punkt, zumal die Konkurrenten aus Albstadt und Neckarrems noch ein Spiel weniger auf dem Konto haben. Was nicht gerade für die Nagolder spricht, ist das Restprogramm: So muss der Aufsteiger, abgesehen von den Heimspielen gegen Wangen und Laupheim ausschließlich gegen Teams aus dem oberen Tabellendrittel antreten. Als erstes Topteam ist am Samstag der FSV Hollenbach zu Gast – das Team aus dem Hohenloischen braucht einen Sieg, um die Chance auf Platz 2 noch am Leben zu halten. Eine echte Bewährungsprobe steht dem VfL Nagold also ins Haus.

Trotz zwei Großchancen: Remis in Neckarrems

„Am Ende waren es wieder zwei verlorene Punkte!“, lautete das Fazit von Nagolds Trainer Armin Redzepagic nach dem 1:1 beim VfB Neckarrems am vergangenen Wochenende. Doch trotz des Punktverlustes war über die gesamte Partie eine ansteigende Formkurve der Nagolder erkennbar. Nach anfänglicher Überlegenheit der Gastgeber wurden die Nagolder zunehmend stärker, Chris Wolfer setzte den Ball ans Außennetz. Auch die Spielanlage passte, es gelang immer wieder sich aus Drucksituationen spielerisch zu befreien. Doch dann der Nackenschlag nach gut einer halben Stunde: Nach einem Foul an Luka Silic, der anschließend blutend am Boden lag, ließ der Unparteiische weiterspielen. Aus der laufenden Aktion heraus erzielte Neckarrems die Führung – Eugenio del Genio staubte ab, stand dabei aber klar im Abseits. Kurz darauf setzte Marco Quiskamp für die Nagolder den Ball nur ganz knapp über die Latte. Im zweiten Durchgang spielte dann fast ausnahmslos der VfL: Nach 49 Minuten erzielte Luka Kravoscanec den verdienten Ausgleich mit einem satten Schuss ausgut 25 Metern. Kurz darauf ging ein Schuss des von Leistenproblemen genesenen Angreifers nur knapp am linken Pfosten vorbei. Die zwei dicksten Chancen hatten Elias Bürkle und Debütant Lukas Götz aus der U19, dessen Kopfball von der Linie gekratzt wurde. Doch am Ende blieb es beim 1:1. „Das war das beste Spiel seit sechs Wochen!“, lautete das positive Fazit eines Nagolder Zuschauers nach der Partie.

Redzepagic erwartet starken Gegner

Diese ansteigende Formkurve ist auch dringend notwendig, will man am Samstag gegen den FSV Hollenbach etwas Zählbares holen. „Die wollen auf jeden Fall gewinnen, schließlich haben sie noch die Chance auf Platz zwei!“, erwartet Redzepagic einen starken Gegner im Nagolder Stadion. Auf dem Papier sind die Rollen also klar verteilt, doch Nagolds Coach macht den Nagolder Fans Hoffnung: „Wenn wir an die Leistung aus der zweiten Hälfte in Neckarrems anknüpfen können, ist durchaus  was drin. Unsere ansteigende Formkurve macht mir Hoffnung.“ Erste Aufgabe der Nagolder wird es sein, in der Defensive sicher zu stehen, und die Kreise von FSV-Torjäger Fabian Czaker einzuengen, der Angreifer erzielte bereits 18 Treffer in dieser Saison. Das Nagolder Motto könnte also lauten: Aus einer stabilen Defensive schnell und direkt nach vorne spielen. Mit Luka Kravoscanec und Chris Wolfer hat man auf jeden Fall Spieler im Kader, die dem Gegner vor allem durch ihre Schnelligkeit einen Schritt voraus sind.

 

 

 

Dominik Pedro fällt aus, Einsatz von Silic fraglich

Was die Personalsituation angeht, haben die Nagolder für das erste von sechs „Endspielen“ nur einen definitiven Ausfall zu vermelden: Dominik Pedro muss aufgrund von Knieproblemen zwei Wochen pausieren. Der Einsatz von Innenverteidiger Luka Silic ist noch fraglich, er könnte mit einer Carbonmaske auflaufen. Sollte Silic doch ausfallen, könnte für ihn Nicolai Brugger in die Startelf rutschen und gemeinsam mit Valentin Asch die Innenverteidigung bilden. Ansonsten sind alle Mann an Bord. Gut möglich, das Tim Kübel wieder als Außenverteidiger aufläuft, er erfüllte   diese Aufgabe am vergangenen Wochenende mehr als solide und belebte auch das Offensivspiel. Sonst dürfte Redzepagic an seiner Startelf kaum etwas verändern – was fehlte war am vergangenen Wochenende ja nur das Tor. Zumal Rotation im Abstiegskampf nicht gerade das beste Rezept ist.

Hollenbacher mit „Last-Minute-Sieg“ gegen Löchgau

Bei den Gästen aus Hollenbach war am letzten Wochenende „Durchatmen“ angesagt. Das Team von Martin Kleinschrodt tat sich gegen den Aufsteiger aus Löchgau unerwartet schwer. „Es war glücklich aber letztendlich nicht unverdient“, sagte Manager Karl-Heinz Sprügel nach der Partie. Die Hollenbacher dominierten im ersten Durchgang nach Belieben, das einzige Manko war die Chancenverwertung. Doch in der 27. Minute der überraschende Rückstand: Torhüter Philipp Hörner ließ nach einer Ecke den Ball aus den Händen rutschen und Tim Schwara staubte in der 27. Minute zum 0:1 ab. Nach dem Seitenwechsel häuften sich dann die Chancen, in der 81. Minute erzielte Czakar mit seinem 17. Treffer den verdienten Ausgleich. Nach kurzer Unterbrechung wegen eines Gewitters war der Torjäger „in letzter Minute“ nochmal zur Stelle und drückte den Ball aus 17 Metern zum 2:1 über die Linie. Am Ende ein hochverdienter, aber auch wichtiger Sieg im Kampf um die Aufstiegsplätze.  „Wir wollen in Nagold unsere Erfolgsserie fortsetzen, sind uns aber bewusst, dass die Aufgabe alles andere als einfach wird!“, warnt Kleinschrodt vor dem Aufsteiger.

Zurück