Gelingt in Echterdingen der dritte Auswärtssieg?

+++ Die Vorschau zum 21. Spieltag +++

Hinter dem Einsatz von Luka Kravoscanec steht noch ein Fragezeichen.

Calcio Leinfelden/Echterdingen - VfL-Nagold (Sonntag, 15 Uhr)

Von Dominik Veitinger

Wie gemein der Fußball sein kann, das erlebten die Verbandsliga-Fußballer des VfL Nagold am vergangenen Samstag. Im Heimspiel und Derby gegen die TSG Tübingen erspielte man sich in einer tollen ersten Hälfte eine sichere 3:0-Führung und hatte den Heimsieg fest im Blcik. Doch in Hälfte zwei zeigte man sich – leider- wie ausgewechselt und musste sich am Ende mit einem 3:3-Remis begnügen. Doch lange hadern hilft nichts, denn schon am Sonntag geht’s mit dem Auswärtsspiel bei Calcio Leinfelden-Echterdingen weiter. Auch wenn die Gastgeber ebenfalls tief im Abstiegskampf stecken, das Team von Trainer Francesco Guerra hat deutlich mehr Qualität als es der Tabellenplatz aussagt. Fakt ist, beide Teams brauchen die Punkte. Gelingt dem VfL der dritte Auswärtssieg in der laufenden Verbandsliga-Saison?

Rückblick: 3:0-Führung und zwei Punkte verspielt

„Wir hatten die Hosen voll!“, kommentierte ein etwas zerknirschter Armin Redzepagic das 3:3-Remis gegen die TSG Tübingen. Dabei begann die Partie aus Nagolder Sicht sehr  hoffnungsvoll: Hinten stand man sicher und nach einer halben Stunde führte man durch Treffer von Tim Kübel und Luka Kravoscanec bereits mit 2:0. Nach einem Foul an Tim Kübel erhöhte Luka Silic per Elfmeter auf 3:0. In der Halbzeitpause war die Stimmung in der Nagolder Kabine verständlicherweise blendend, wohlwissend, dass man auch im zweiten Durchgang „keinen Meter nachlassen darf“. Doch genau dies tat der Aufsteiger. Bis zur 69. Minute hielt man dem Druck der immer stärker werdenden TSG Tübingen stand, dann musste man das 1:3 hinnehmen. Doch auch danach ging nicht wirklich ein Ruck durch die Nagolder Truppe, Entlastungsangriffe waren Fehlanzeige. Dann nahm Redzepagic die gelb/rot- gefährdeten Marco Quiskamp und Christoph Ormos vom Feld, das tat dem Rest des Teams gar nicht gut. Schließlich erzielten die Tübinger in den letzten drei Minuten folgerichtig die beiden Treffer zum 2:3 und 3:3 und nahmen verdient einen Punkt mit. „Das sind ganz klar zwei verlorene Punkte. Die Führung darf man eigentlich nicht mehr aus der Hand geben!“, zeigte sich auch Vorstandsmitglied Udo Jungebloed nach der Partie sichtlich geschockt.

Nagold braucht Punkte im Abstiegskampf

Doch lange Zeit zum Hadern bleibt nicht. „Am meisten ärgert es die Mannschaft und mich selbst, was da am Samstag passiert ist!“, macht Co-Trainer Quiskamp deutlich, dass man sicherlich mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch nach Echterdingen fährt. Wohl wissend, dass man in der Nähe des Stuttgarter Flughafens dringend punkten muss, will man nicht noch tiefer in den Abstiegskampf rutschen. „Echterdingen hat mit dem Sieg in Löchgau gezeigt, dass es den Abstiegskampf voll und ganz angenommen hat. Die haben eine starke Truppe und sind deutlich besser, als es die Tabelle aussagt!“, warnt Redzepagic ausdrücklich vor dem kommenden Gegner.

Kravoscanec fraglich, Hollnberger und Wolfer fallen aus

Was die Personallage angeht, könnte es für Sonntag vor allem in der Offensive eng werden: Luka Kravoscanec trägt eine Leistenverletzung mit sich, sein Einsatz ist fraglich. Chris Hollnberger und Chris Wolfer sind verletzt und stehen somit ebenfalls nicht zur Verfügung. Da bleibt nur noch Tim Kübel als einziger Stürmer. Und wer spielt wenn Kravoscanec ausfallen sollte? Eine Möglichkeit wäre, dass Berk Özhan oder Nicolai Brugger die Außenposition in der Viererkette von Dominik Pedro übernehmen und Pedro dann auf die offensive Außenbahn rückt. Als weitere Alternative könnte der zuletzt angeschlagene Elias Bürkle ins Mittelfeld rücken. Matthias Müller wird nochmals im Tor stehen, da Bubacarr Sanyang erst am   nächsten Wochenende wieder spielberechtigt ist. Es bleibt also spannend, mit welchem Personal Redzepagic die Auswärtsaufgabe in Echterdingen angeht.

Aufatmen in Echterdingen nach Sieg in Löchgau

In Echterdingen ingegen war erstmal Aufatmen angesagt: Brim wichtigen 1:3-Erfolg in Löchgau hat Calcio gezeigt, dass es in diesen Tabellenregionen eigentlich nichts zu suchen hat. „Aggressiv, zweikampfstark – die Mannschaft hat ein Zeichen gesetzt, dass sie bereit ist“, sagte der Trainer Francesco Di Frisco nach gut 90 Minuten des demonstrativen Ärmelhochkrempelns, die mit einem 3:1-Sieg beim FV Löchgau belohnt wurden. Im vierten Anlauf also endlich die ersten Punkte seit der Winterpause. Punkte, mit denen beim Filderclub nun die Hoffnung verbunden ist, dass es überhaupt die Wende zum Besseren war. Anders als beim 0:3 gegen Ehingen war das Tor des Aufsteigers aus Löchgau nicht vernagelt. Ein Doppelschlag ließ bei den Echterdingern schon kurz vor der Pause einige Steine der Erleichterung fallen. Nachdem die Gastgeber sich bis dahin auf Augenhöhe bewegt hatten, rappelte es innerhalb von nur 60 Sekunden zweimal in ihrem Kasten (38./39.). Erst verlängerte Diamant Avdiu den Ball nach Vorarbeit von Josip Pranjic und Gentian Lekaj ins Netz. Dann fügte Lekaj selbst seinen zwölften Saisontreffer an, indem er nach einem Lattenlupfer von Bastian Joas nachsetzte. Doch trotz des Erfolgs erwartet man gegen Nagold eine schwere Partie: „Nagold hat eine junge und spielstarke Mannschaft, die gegen Tübingen in Hälfte eins seine Qualitäten gezeigt hat!“, erwartet Calcio-Coach Di Frisco eine spannende Partie.

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