D3 des VfL Nagold spielt beim VR-Cup groß auf

"Am Ende wurden wir von allen gefeiert"

Von Dominik Veitinger

Dass der Fußball manchmal ganz besondere Geschichten schreibt, erlebten die D3-Junioren des VfL
Nagold am Sonntag bei der Endrunde der VR-Talentiade-Cups auf dem Sportplatz des TSV Rohrdorf.
Beim Vorturnier eigentlich schon ausgeschieden und dann doch noch nachnominiert, spielten sich
die Jungs des Trainerduos Christian Grimm und Ferit Senol mit fulminanten Auftritten bis ins Finale –
uns haben sich damit als eins der drei besten D-Jugend-Teams des Bezirks Böblingen/Calw für die
Teilnahme an der Hallenmeisterschaft auf Verbandsebene qualifiziert. Diese startet im November.

Die erste Besonderheit: Im Reigen der Top-Teams des Bezirks war die Nagolder D3 das einzige Team,
das ausschließlich mit Spielern des jüngeren D-Jugend-Jahrgangs 2008 bestückt war. Der Unterschied
zu den Körpermaßen der 2007er-Teams der Konkurrenz war teils enorm, doch mit Kampf- und
Teamgeist hielten die Nagolder stark dagegen und avancierten mit ihrer frechen Spielweise
spätestens ab dem Viertelfinale zum Publikumsliebling.
Die zweite Besonderheit: Nach einer Viertelfinalniederlage gegen die SGM Aidlingen/Deufringen
beim Vorturnier in Gültlingen war die D3 des VfL eigentlich schon aus dem VR-Cup ausgeschieden,
wurde dann aber wegen Nichtantritt eines Teams kurzfristig für die Endrunde nachnominiert. „Ihr
seid heute Dänemark“, hatte Trainer Christian Grimm seinen Jungs am Morgen gesagt – und damit
an die Europameisterschaft 1992 erinnert, bei der die Dänen kurzfristig aus ihrem Sommerurlaub
heraus nachnominiert worden waren und sich als krasser Außenseiter mit lockerer Einstellung bis
zum 2:0-Finalsieg gegen Deutschland gespielt hatten.

Zunächst sah es jedoch nicht danach aus, dass der Coach richtig liegen würde: Das erste
Vorrundenspiel gegen Affstätt ging mit 0:1 verloren. Dem folgten ein 1:0-Erfolg gegen Maichingen III
sowie ein hart umkämpftes 1:1-Remis gegen Sindelfingen I. Im letzten Gruppenspiel gab es ein
Wiedersehen mit dem haushohen Favoriten Aidlingen, doch was kaum einer für möglich hielt, wurde
wahr: Nagold gewann 1:0 und zog als Gruppenzweiter hinter Aidlingen ins Viertelfinale ein.
Wieder heiß her ging es im ersten K.o.-Spiel gegen Hengstett I, das Nagold schließlich mit 2:0
gewann. Der Siegesrausch sollte auch beim 2:1 im Halbfinale gegen den SV Böblingen anhalten,
welcher im Viertelfinale zuvor die Nagolder D1 aus dem Rennen geworfen hatte. Mit dem Einzug ins
Finale gegen den VfL Herrenberg war die Qualifikation für die WFV-Hallenmeisterschaft perfekt und
der Jubel grenzenlos.

„Für Dänemark hat es am Ende zwar nicht ganz gereicht, aber egal. Das war sensationell heute“, so
die Trainer Grimm und Senol nach dem Endspiel. In diesem war Herrenberg klar überlegen, doch mit
einer grandiosen Abwehrschlacht hielt Nagold das 0:0 bis kurz vor Schluss. „10 Sekunden vor Ende
gibt der Schiedsrichter einen Neunmeter für Herrenberg, von dem nachher auch die Herrenberger
Papas gemeint haben, dass unser Spieler vor dem Kontakt klar den Ball gespielt hat. Wir haben
größten Respekt vor dem Schiedsrichterwesen, aber so entscheidet man kein Finale, zumal sich der
Schiri selbst nicht sicher war“, so Grimm und Senol über die 0:1-Niederlage. Von Traurigkeit jedoch
keine Spur: „Am Ende eines perfekten Fußballtages muss nicht immer unbedingt der erste Platz
stehen. Unsere Jungs sind heute über sich hinausgewachsen und wurden dafür von allen gefeiert.“

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