Brugger sichert in der Nachspielzeit einen Punkt

+++ Die Nachlese zum 25. Spieltag +++

Durften am Ende über einen Punkt jubeln: Nicolai Brugger und Bubacarr Sanyang

VfL Nagold - FSV Hollenbach 1:1 (0:1)

Tore: 0:1 Lorenz Minder (20.) 1:1 Nicolai Brugger (90.+2)

Von Dominik Veitinger

Die Verbandsliga-Fußballer des VfL Nagold haben dank einer bärenstarken zweiten Halbzeit einen verdienten und womöglich auch noch wichtigen Zähler im Abstiegskampf geholt. Gegen das Spitzenteam aus Hollenbach dauerte es allerdings bis in die Nachspielzeit, ehe Nicolai Brugger nach einem Eckball am langen Pfosten einnetzte. Durch den Punktgewinn stehen die Nagolder fünf Spieltage vor dem Ende auf dem Relegationsplatz.

„Das ist ein Heimspiel, wir wollen den Fans zeigen, dass wir noch leben!“, betonte Nagolds Coach Armin Redzepagic vor der Partie, dass sein Team gegen die Hollenbacher keinesfalls chancenlos ist. Im Vergleich zum 1:1 in Neckarrems kamen zwei Neue in die Startelf. Burak Tastan verteidigte hinten links für Tim Kübel, der situativ als hängende oder zweite Spitze neben Chris Wolfer agierte. Ebenfalls rückte Valentin Asch für den verletzten Luka Silic (Nasenbeinbruch) in die Startelf. Mit Luka Kravoscanec und Rebmann auf den Außenbahnen erhoffte man sich Tempo nach Ballgewinnen.

Die erste Torannährung hatten die Gäste aus Hollenbach. Ein Schuss von Christoph Rohmer konnte die VfL-Abwehr gerade noch zur Ecke abfälschen. Die Ecke, getreten von Jan Schieferecker, landete ebenfalls bei Rohmer, doch dessen Kopfball war kein Problem für Nagolds Keeper Sayang (6.). Nach zehn Minuten probierte es FSV-Spielmacher Samuel Schmitt aus der Distanz, doch sein Schuss ging rechts am Tor vorbei. Die Nagolder taten sich im Spiel nach vorne in der Anfangsphase sehr schwer, die Bälle gingen sehr schnell verloren, Hollenbach setzte die Nagolder früh unter Druck. Nach gut einer Viertelstunde hatte die Redzepagic-Elf dann Glück, als Marius Uhl eine Ecke ganz knapp am linken Pfosten vorbeiköpfte. In der 15. Minute dann die Gastgeber mit ihrem ersten guten Angriff: Torhüter Sanyang machte das Spiel schnell und bediente Luka Kravoscanec, der die rechte Seite runtermarschierte und etwa 18 Meter vor dem Tor den besser postierten Chris Wolfer, dessen Schuss ganz knapp am linken Pfosten vorbeiging. In der 20. Minute mussten die Nagolder dann den Rückstand hinnehmen: Ein Ball von Innenverteidiger Jonas Limbach auf Fabian Czaker unterschätzte Nicolai Brugger sodass der Angreifer gut 20 Meter vor dem Tor viel Freiraum vor sich hatte. Fabian Mücke verlor in seinem Rücken Lorenz Minder, welcher von Czaker mustergültig bedient wurde und sicher zum 1:0 für die Gäste einschob. Zu diesem Zeitpunkt eine verdiente Führung für die Gäste. Wie geht Nagold nun mit diesem Rückschlag um? Zunächst verflachte die Partie etwas und es dauerte bis zur 28. Minute, ehe es Nagolds Christoph Ormos aus der Distanz versuchte, doch der Schuss ging weit rechts übers Hollenbacher Gehäuse. Zehn Minuten vor der Pause versuchte es Tim Kübel mit einer Hereingabe von rechts, welche bei Gäste-Kapitän Marc Zeller landete. Chris Wolfer fasste sich ein Herz und setzte per Grätsche nach, doch FSV-Keeper Philipp Hörner konnte den Ball sicher aufnehmen. Die letzte nennenswerte Chance hatten die Gäste; nach einer Ecke bekamen die Nagolder den Ball nicht richtig klären, Marius Uhl versuchte es per Fallrückzieher, doch dieser ging knapp übers Tor! (38.). So ging es mit einem 0:1 aus Nagolder Sicht in die Kabinen.

Wer den VfL Nagold in der zweiten Halbzeit sah, dachte wohl, er wäre auf dem falschen Sportplatz. Die deftige Pausenansprache von Redzepagic zeigte sofort Wirkung. Die erste Großchance hatte Angreifer Luka Kravoscanec, als sein Schuss von halblinks nur ganz knapp am linken Pfosten vorbeiging (50.). Die Gastgeber versuchten es fortan mit Pressing um schnellere Ballgewinne zu erzeugen, was auch sehr häufig von Erfolg gekrönt war. Fast eine Stunde war gespielt, da spielte Matthias Rebmann einen schönen Diagonalball in Richtung Kravoscanec, welcher sich den Ball an der Strafraumgrenze von Hollenbachs Verteidiger wieder zurück eroberte und mit seinem Schuss an Gäste-Keeper Hörner scheiterte. Kurz darauf die nächste gefährliche Szene: Nach einer tollen Kombination lief Matthias Rebmann alleine  aufs Tor zu und wurde von Hörner von den Beinen geholt. Rebmann stand fairnesshalber auf und lief weiter – jedoch ohne Erfolg. Die Zuschauer forderten den roten Karton für den Keeper, doch dafür hätte Rebmann wohl beim ersten Kontakt liegen bleiben müssen! So ging es mit elf gegen elf weiter (60.). Kurz zuvor probierte es Burak Tastan aus der Distanz, doch kein Problem für Hörner.  Kurze Zeit später brach Rebmann erneut auf rechts durch und fand im Strafraum Tim Kübel, der direkt auf Kravoscanec weiterleitete. Doch Kravoscanec zögerte einen Moment zu lange, sodass sein Schuss noch abgeblockt wurde (65.). Eine Viertelstunde vor dem Ende köpfte Nagolds Kapitän einen Freistoß von Tim Kübel übers Tor. Dann passierte nicht mehr viel, lediglich ein Flankenversuch vom eingewechselten Lysander Skoda stand noch auf dem Chancenzettel (87.). Dann die Schlussminute: Ein Eckball von Kravoscanec wurde an den langen Pfosten zu Nicolai Brugger verlängert, der den Ball ins Netz hämmerte – 1:1!!! Dann war Schluss, am Ende ein hart erkämpfter Punkt, den man in Nagold gerne mitnimmt.

Fazit: Schlechte erste und gute zweite Halbzeit der Nagolder. Man hatte Glück, dass die Gäste nach dem Führungstreffer nicht das zweite Tor nachlegten und im zweiten Durchgang quasi nicht mehr stattfanden. Die Nagolder drehten in Hälfte zwei jedoch richtig auf und hätten mit etwas mehr Glück durchaus einen Dreier holen können. Fakt ist jedoch: Es sollte mal gelingen, die Leistung aus Hälfte zwei über 70 oder 80 Minuten zu zeigen, schließlich hat man nicht immer das Glück und kassiert in so einer schwachen Hälfte nur ein Gegentor….

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